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Category: Geschichtstheorie medial

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Bild und Geschichte? Zwei Modelle für das Verhältnis von Geschichte und Bild

Britta Hochkirchen – Es scheint, als litten Geschichtswissenschaft und Bild seit jeher an einem eklatanten Beziehungsproblem. Produktiv gewendet könnte man auch davon sprechen, dass die Geschichtswissenschaft gegenüber dem Bild kontinuierliche Beziehungsarbeit leistet und somit stets ihr Verhältnis zum Bild verändert.

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Den Vergangenheiten auf der Spur: Abriss einer Theorie der Intentionalität – Den Dingen entlang

Lisa Regazzoni – Ein Haus in einem Dorf in der Provinz Bergamo. Im zweiten Stockwerk des Hauses eine Wohnung. In der Wohnung ein Schlafzimmer. Im Schlafzimmer ein dreitüriger Holzkleiderschrank in Chippendale-Stil. Im Kleiderschrank auf einer der obersten Etagen eine abgegriffene Pappschachtel, auf deren Deckel mit rotem Filzstift die Aufschrift Reminiscenze soavi di vita – Batti („Liebliche REMINISZENZEN AN DAS LEBEN – Batti“) zu lesen ist.

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Gerahmte Zeit. Das Bild als epistemische Figur historischer Zeit bei Georg Simmel und Siegfried Kracauer

Bettina Brandt – Welche Rolle spielt das Bild als epistemische Figur in der Geschichtstheorie der Moderne? Anders als das Bild als historische Quelle hat dessen konzeptionelle – nicht: repräsentationale – Funktion für die Geschichtsschreibung wenig Beachtung gefunden. Der Beitrag geht der Beziehung nach, in die Georg Simmel und Siegfried Kracauer Bild und Geschichte setzten. Er argumentiert, dass es ein nicht-repräsentationaler Bildbegriff war, der beide Theoretiker historische Zeit relational und im Plural denken ließ.

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Visualisierungen als Quelle für historische Erkenntnis? Modellierungspraktiken in der (digitalen) Geschichtswissenschaft

Silke Schwandt – Etwas zu visualisieren dient gewöhnlicherweise der Veranschaulichung, der Sichtbarmachung – im weitesten Sinne also dem Verstehen. Doch welchen Stellenwert haben Visualisierungen im historischen Forschungsprozess? Sie sollten, so möchte ich argumentieren, nicht nur der Darstellung dienen, sondern selbst ein interpretativer Akt sein, damit sie der historischen Erkenntnis dienen können.

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Geschichtswissenschaft als visuelle Praxis?

Tobias Weidner – Geschichtswissenschaft und visuelle Praxis – geht das überhaupt zusammen? Gibt es überhaupt bedeutsame Überlappungen, wenn es nicht gerade um die Arbeit mit Bildquellen geht? Folgt man prominenten Einschätzungen der letzten 200 Jahre, sind Historiker*innen „Männer des Wortes“ (Wehler). Auf den ersten Blick scheint das plausibel: Textquellen werden bis heute in der historischen Forschung strukturell bevorzugt. Die ‚große Erzählung‘ galt lange als der Königsweg, Geschichte wissenschaftlich zu präsentieren – und ist es wohl immer noch. All das ist sprachlastig – Historiker*innen lesen und schreiben zweifellos sehr viel.

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Das Bild als Beziehungsmodell: Temporalität, sinnliche Wahrnehmung, historische Erkenntnis

Bettina Brandt & Britta Hochkirchen –
„Was wir sehen, blickt uns an“, so lautet ein Buchtitel Georges Didi-Hubermans aus dem Jahre 1999 (frz. 1992). Bilder etablieren Beziehungen: Zu den Betachter*innen ebenso wie zu anderen Bildern und zu außerbildlichen Phänomenen. Im Rahmen eines Workshops an der Universität Bielefeld am 29. und 30. April 2021 wurde die Frage nach den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Bildern und historischer Erkenntnis ins Zentrum gerückt. Die Beiträge dieses Workshops werden als Themenschwerpunkt in überarbeiteter Form auf diesem Blog veröffentlicht. 

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Let’s 3D – Ein digitaler Blick in die Black Box

Marius Maile – Szenenbeschreibung: Ein kühler Märzmorgen. Aus einem Fenster des Geschichtsinstituts schimmert das weiße Licht der Bürobeleuchtung. Auf dem Schreibtisch ein gut sortiertes Chaos bestehend aus Büchern, Zeitschriften und handschriftlichen Notizen. Dazwischen ein monoton blinkender Cursor auf dem weißen Grund eines digitalen A4-Blatts.
Diese Szene dürfte Technikhistorikern:innen bekannt sein. Ein Arbeitsplatz und klassische Werkzeuge moderner Historiker:innen. So weit, so gut. Doch ein Gegenstand irritiert: Auf einem der Bücherstapel liegt ein Virtual Reality Headset mit dazugehörigen Controllern, angeschlossen am Rechner über ein langes Kabel. Was hat es dort verloren?

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Knowledge Design trifft Mediendesign: Wissensstrukturen multimodal vermitteln

Christian Wachter – „Design is making sense of things“. Mit dieser Formel hat Klaus Krippendorff seine Lesart einer in den Kommunikations- und Medienwissenschaften verbreiteten Auffassung ausgedrückt, wonach sich die Gestaltung kommunikativer Gegenstände wesentlich auf die vermittelten Inhalte, Bedeutungen, auf Wissen auswirkt. Hier geht es nicht um ansprechendes Design, sondern um ‚aussprechendes‘ Design.

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„Big Data of the Past“: Reflexionen über eine Episteme des Digitalen

Elisa Linseisen – Die Vergangenheit Europas ist berechenbar! Zumindest wenn ihre Geschichte so funktioniert wie eine riesige Datenbank. Als unermesslicher Bestand an Quellen und Ressourcen lassen sich die passierten Ereignisse über Schlagworte suchen, in Ordnern kategorisieren und dort zum schnellen Auffinden ablegen. Eine solche Geschichte versteht ihre Ereignisse als Informationen – sie wird vergleichbar mit Big Data.

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Einbetten und Klappen. Zugriffe zur Kunst/Geschichte

Maja-Lisa Müller – Geöffnet? Geschlossen? Bild? Ding? Diese italienische Truhe aus dem 15. Jahrhundert mag sich nicht so recht entscheiden. Der Truhendeckel ist schwer und fest verschlossen, der Inhalt – vermutlich Kleidung und kleinere Haushaltsgegenstände, Mobiliar im ursprünglichsten Sinne also – vor gierigen Blicken und Händen geschützt. Die Ambiguität der Truhe weckt Begehrlichkeiten.